Dienstag

AND THE OSCAR GOES TO...BALMAIN!

Mit Kleidern verhält es sich meist wie mit Menschen: sie ziehen mal mehr und mal weniger Aufmerksamkeit auf sich, erzählen keine oder gar aufregende Geschichten, geraten schnell in Vergessenheit oder bleiben in ewiger Erinnerung. Als Pierre Balmain 1950 eben jenes Kleid, dass Penelope Cruz beinahe sechzig Jahre später tragen sollte, designte konnte er nicht wissen für wen und für welchen Anlass er es schuf. Als dann auch noch im darauf folgenden Jahr die Haute Couture erstmals von der „Alta Moda“ verdrängt wurde und Kleider nicht mehr als besonderes Unikat sondern in puristischen Zügen für jederman erwünscht waren, gerieten auch Balmains wundervolle Kreationen wie jenes Kleid in Vergessenheit. Jedoch dank der Vorliebe für Balmain und getrieben von der Suche nach Haute Vintage im Old Hollywood Chic geriet Balmains Modell in die bereits legendäre Sammlung der Amerikanerin Rita Watnick. Das Repertoire an Vintage Kleidungstücken dass Watnick in ihrem Shop „Lily et Cie“ bewahrt, reicht von den 1920ern bis zu 1970ern, zählt über 500 000 beinahe unbezahlbare Unikate und beeindruckte neben der gesamten Fashion Szenerie auch Penelope Cruz. Als die Spanierin für ihre ersten Red Carpet Auftritte vor einigen Jahren das erste Mal auf Watnick traf, fiel ihre Wahl bereits damals auf Balmains Kleid, doch dieses war - wie bei Rita so oft – „not available“. Als Cruz für ihre Darstellung in Woody Allens „Vicky, Christina, Barcelona“ nominiert wurde bat sie Watnick erneut um das Kleid, welches zufällig und nach halbjähriger Restaurierung nicht nur vollendet sondern vor allem noch immer in Watnicks Besitz war. Und so schritt Miss Cruz am Sonntag – sechzig Jahre nach Balmains Entwürfen – just in diesem Kleid über den roten Teppich und nahm als erste spanische Schauspielerin ihren Oscar als beste Nebendarstellerin entgegen. Prädikat: außergewöhnlich.

Pierre Balmain

Backstage bei Rita Watnick "Lily et Cie"

Freitag

FACE TO FACE

Wenn es große Modelabels vermehrt eilig haben ihre Frühling/Sommer-Kampagnen für das Jahr 2009 zu launchen, so ist den Anzeigenplakaten wohl internationale Prominenz als auch steigender Umsatz gemein. Während inzwischen etliche Branchen mit A-Z Celebrities werben, so gehört es in der Fashion Industrie längst zum guten Ton Werbekampagnen und A-List-Promis zu mixen. Und so trifft auch heuer wieder mit Gwyneth Paltrow für Tods, Pamela Anderson für Vivienne Westwood, Eva Mendes für Calvin Klein, Lindsay Lohan für Fornarina oder Victoria Beckham für Armani High Fashion auf High Prominenz und verleiht den aktuellen Kollektionen ein Hauch von Hollywood Chic. Prädikat: sehr wertvoll.

CLAUDIA SCHIFFER FÜR YVES SAINT LAURENT
PAMELA ANDERSON FÜR VIVIENNE WESTWOOD

PIXIE GELDORF FÜR AGENT PROVOCATEUR
MISCHA BARTON FÜR ASOS


PENELOPE CRUZ FÜR MANGO
PATRICK DEMPSEY FÜR VERSACE


KATE MOSS FÜR VERSACE
GISELLE BÜNDCHEN FÜR VERSACE



VICTORIA BECKHAM FÜR ARMANI


LINDSAY LOHAN FÜR FORNARINA


KATE MOSS FÜR LONGCHAMP


EVA MENDES FÜR CALVIN KLEIN


GWYNETH PALTROW FÜR TODS


CLAUDIA SCHIFFER FÜR DOLCE&GABBANA

Donnerstag

THE HAUTE COUTURE ELITE

Die Haute Couture steckt - so munkelt man - ganz im Zeichen weltweiter Wirtschaftslagen in einer Krise. Das Prestigeobjekt der Modewelt kämpft neben Umsatzeinbußen besonders um sein angekratztes Image, ist doch Luxus und Überfluss in Zeiten der Krise so gar nicht en vogue. Und während sich die Zahl der Kunden wegen erhöhter Preise (ca. 15.000 Euro pro Kreation) bereits auf ein paar Hundert minimiert hat, bleiben auch immer mehr Modehäuser den Schauen fern. Zählte man in den 50ern noch ganze 106 Couturiers, so reduzierte sich die Haute Couture Elite in den 90ern auf 20 Häuser und ist mit 12 Häusern im Jahr 2009 auf ein beschämendes Minimum geschrumpft. Nichts desto trotz präsentieren sich die heurigen Pariser Schauen mit Größen á la Chanel, Dior, Givenchy, Christian Lacroix, Elie Saab oder Jean Paul Gaultier routiniert kreativ und bieten der derzeit so tristen Außenwelt das Anrecht auf märchenhafte Fabelwesen in opulenten und luxuriösen Unikaten. Prädikat: avantgardistisch!



Collage © T.R.S.A.
Images via style.com, thecobrasnake.com

Samstag

FAVORITES OF THE WEEK

01. CHANEL/FALL&WINTER 2008/2009
02. HOUSE OF HARLOW 1960/BLACK LEATHER RING
03. VIVIENNE WESTWOOD/ANGLOMANIA NYMOHS CARDIGAN
04. CELINE/WATCH ME GAUFFRE BAG
05. CHLOÈ/PATENT ANKLE BOOTS
06. SASS&BIDE/BLACK RATS PVC LEGGINS
07. RAY-BAN/2143
08. MARC JACOBS/CROC PORTFOLIO BAG
09. BALMAIN/FALL 2008
10. BALMAIN/SPRING 2009 RTW
11. BALMAIN/SPRING 2009 RTW
12. BUDDHIST/PUNK ACDC SHIRT
13. TRITONI/INDIGO CALIBRE, BLACK&RED STEALTH WATCH
14. H&M/ SQIN-JEANS
15. FOREVER21/JACKET BLAZER
16. RINGSECLECTIC/TEXTURED SILVER RING
17. JIMMY CHOO/LARGE MAIA HOBO BAG

Donnerstag

BEHIND THE SCENES

Mit Madonna hat sich das Luxusunternehmen Louis Vuitton seit Dezember ein Testimonial der Sonderklasse geangelt, ist die Engländerin doch ein Profi wenn es um Selbstdarstellungen geht. Nach Kampagnen für Gap, Versace und H&M setzte Steve Meisel die selbsternannte Queen of Pop erneut sowie gekonnt in Pose. Neben ihrer beeindruckenden Gage von geschätzten 10 Millionen Euro hinterließ der Popstar insbesondere bei Mr. Marc Jacobs Eindruck. Was passiert wenn Superstar und Superdesigner zusammentreffen zeigt das Making-Of Video, dass Louis Vuitton gestern veröffentlichte. So Enjoy!
Making Of Spring-Summer 2009 Campaign


VideoPlaylist

Mittwoch

THE FIRST FASHION LADY



Auf große Stilikonen trifft man in der Politik wohl eher selten, so geht es - meint man - um doch soviel Wichtigeres als Mode. Doch gerade Stil und Anmut als politisches Engagement blieben uns von Jackie Kennedy in Erinnerung, ihre clevere Wahl in Sachen Accessoires und Etuikleidern oder ihre Vorliebe für Chanel-Kostüme. Und auch Michelle Obama, die neue First Lady Amerikas, hat ihre ersten Fashion-Tests weit mehr als bestanden, ist spätestens seit gestern Abend Modethema Nr. 1 und drauf und dran in Jackie Kennedys Stil-Fußstapfen zu treten. Als Barack Obama gestern der 44.Präsident der Vereinigten Staaten wurde, funkelte Michelle in einem goldenem Etuikleid und passendem Mantel von Isabel Toledo und verzauberte kurze Zeit später beim abendlichen Inauguration-Ball mit einem Kleid von Jason Wu. Dass sich Michelle Obama - wenn es um Mode geht - nicht von großen Namen beeindrucken oder gar kaufen lässt bewies die First Lady gestern als sie sich gegen Haute Couture by Karl Lagerfeld, Diane von Fürstenberg oder Christian Lacroix entschied und die noch unbekannten Designer Isabel Toledo und Jason Wu auserwählte. Prädikat: erstklassig.

First Dance as First Couple


VideoPlaylist

Entwürfe von Monique Lhuillier und Karl Lagerfeld for Chanel


Entwürfe von Diane Von Fürstenberg und Christian Lacroix


Montag

VERY IMPORTANT STYLIST

Gossip Girl here. Your one and only source into the scandalous lives of Manhattan's elite - so tönt es seit September 2007 jeden Montag wenn die amerikanische Serie Gossip Girl über TVs, I-Phones oder Media Player läuft. Die neue Kultserie von O.C.-Genie Josh Schwartz, die auf der bekannten sowie gleichnamigen Bücherreihe der Autorin Cecily von Ziegesar basiert, ist nicht nur Pflichttermin für alle Fashionistas von Welt, sondern steht neben dem Daily Life verwöhnter Upper East Sider´s vor allem für Eines: High Fashion by Eric Daman. Als Model von Stephen Meisel himself entdeckt, wechselte Daman zur Kostümbildnerei, lernte als Assistent unter der legendären New Yorker Stylistin Patricia Field und durfte für die Serie Sex-in-the-City Miss Carrie Bradshaw&Co persönlich einkleiden. Einige Jahre später steht Eric Daman als Chef-Stylist für Gossip Girl selbst im Spotlight der Fashion-Industrie, führt ein durchaus imposantes Regiment von 25 Assistenten an und verhilft seinen Upper East Siders Leighton Meester, Taylor Momsen oder Blake Lively (VOGUE TOP 10 BEST DRESSED 2008) tagtäglich in internationale Modemagazine. Prädikat: very juicy.

Vogue Cover February 2009/ New York Cover April 2008

Leighton Meester/Taylor Momsen

Blake Lively/Leighton Meester&Blake Lively


PostScript: Serienstart noch unbekannt - stay tuned!

Freitag

THE WINTOUR ISSUE


Sie war - würden man es nett ausdrücken - die Inspiration für den Kinohit „Der Teufel trägt Prada“ und führt seit 20 Jahren als Editor-in-Chief mit Vogue Amerika das wohl wichtigste Modeblatt der Welt an. Anna Wintour - ein Name der in der Fashion Industrie so Einigen erzittern lässt - ist nicht wie erwartend weg vom Fashion-Fenster, sondern steht mit ihrer eigenen und 90-minütig langen Dokumentation „THE SEPTEMBER ISSUE“ wie gewohnt im Rampenlicht. Wintour, geboren in London, verließ mit 16 Jahren die Schule und begann nach kurzzeitiger Aushilfe als Verkäuferin bei Harrods mit 21 ihre heute schon legendäre Karriere als Mode-Journalistin. Nach fünf Jahren bei Harper´s Bazar, wechselte sie Land und Blatt, zog nach New York und widmet sich seither aussschließlich Vogue Amerika. Seitdem entdeckt sie Designer wie John Galliano, Michale Kors oder Marc Jacobs, sieht sich prinzipiell und jede Kollektion weit vor ihrer Veröffentlichung bei der Fashion Week an und bestimmt die Gästelisten aller wichtigen Fashion Events weltweit.

Mit der 832-seitigen Septemberausgabe im Jahr 2007 setzte Wintour mit ihrer „Bibel“ ein Zeichen für die Modewelt und verfasste das seitenstärkste veröffentlichte Magazin der Welt. Heute, 6:30pm amerikanische Zeit wird beim 25. Sundance-Filmfestival in Utah die erste und langersehnte Dokumentation über die Queen of Fashion veröffentlicht. Regisseur R.J. Cutler, der Anna Wintour 14 Monate lang begleitete, ist noch immer still-alive, musste weder täglich und wohl temperierte Iced Caffe-Lates mitbringen, noch ein Umstyling über sich ergehen lassen um La Wintour zu gefallen - Anscheinend trägt der Teufel doch nicht Prada?


VideoPlaylist
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